Helm ab nach Unfall
Lange Zeit
hieß es in Erste-Hilfe-Kursen: Nach
einem Motorrad-Unfall "Hände weg vom
Helm!". Aufgrund neuerer Erkenntnisse
aus der Unfallforschung ist man aber
heute der Meinung, dass es grundsätzlich
besser ist, dem Verunglückten den Helm
abzunehmen.
Der Grund:
Die Gefahr, dass er erstickt, ist
ungleich größer als das Risiko, ihn beim
Abnehmen des Helms zusätzlich zu
verletzen oder eine mögliche
Halswirbelfraktur zu verschlimmern.
Besonders wenn der Fahrer ohnmächtig
ist, ist die Erstickungsgefahr (z. B.
durch Erbrechen) groß. Der Helm sollte
jedoch mit einer speziellen Technik vom
Kopf entfernt werden, um das
Verletzungsrisiko der Halswirbel so
gering wie möglich zu halten.
JetHelme und
Klapphelme nie abnehmen. Bei Klapphelmen
die Klappe öffnen, so dass eine Beatmung
und Kontrolle des Mundraumes möglich ist
Die
Helmabnahme soll sehr vorsichtig - und
wenn möglich - durch zwei Helfer
erfolgen. Dabei ist entscheidend, dass
die Streckung der Halswirbelsäule
während der gesamten Hilfeleistung
beibehalten wird. Es besteht nämlich die
Gefahr, dass durch den Sturz die
Halswirbelsäule in Mitleidenschaft
gezogen wurde - ungeschickte Bewegungen
können dann eine Querschnittslähmung
hervorrufen
So
unterschiedlich wie die Farben der Helme
sind auch die Schließmechanismen ihrer
Kinnriemen. Im Ernstfall wissen Helfer
oft nicht, wie das Schloss richtig
geöffnet werden kann. Es ist daher
höchste Zeit, dass sich die Hersteller
auf ein einheitliches System einigen.
Auf Grund der
unüberschaubaren Vielfalt angebotener
Helme und Verschlußsysteme, kann hier
keine generelle Anleitung, zum Öffnen
gegeben werden. Meist ist jedoch
irgendein roter Knopf, Schnapper oder
sonstiges vorhanden, was den Kinnriemen
öffnet. Sie können auch guten Gewissens
den Kinnriemen mit einem Gurtmesser
durchschneiden, der Helm muss nach einem
Unfall ohnehin weggeworfen werden.
Schwierig
kann es auch bei Klapphelmen werden. Ihr
Vorteil: Visier und Kinnteil können nach
oben gekippt werden, Helfer sparen sich
die Helmabnahme. Die Tücke steckt aber
im Detail: Die meisten Hersteller haben
auf die gelb- oder orangefarbenen
Entriegelungstasten zwar "press"
geschrieben, ein Pfeil, in welche
Richtung der Druck erfolgen soll, fehlt
aber. Besonders bei einer
Einhandbedienung ist die Taste – sie
befindet sich meist an der Kinnspitze –
nur schwer zu finden.



